Diesseits und Jenseits der Grenzen
 
Letzte Ausstellung in Oederan
vom 29. 01. - 03. 04. 2005


M
useum Oederan
Markt 6
09569 Oederan
   
   
 
Peter Ledig – „Diesseits und jenseits der Grenzen“
– Fotoausstellung im Web-Museum Oederan.
Sanfte Linien in den Landschaften

Es ist der schöne sanfte Schwung der Landschaften, der in Peter Ledigs Fotografien fasziniert. Das Web-Museum Oederan stellt gegenwärtig eine breit gefächerte Foto-Auswahl des Brand-Erbisdorfers vor, der mit sicher empfindendem Blick und gestalterischem Vermögen seine Kamera beherrscht.

Groß aufgefasste Körperlandschaften wie auch die weiten Blicke übers Land, vornehmlich im Ost-Erzgebirge und in böhmischen Mittelgebirgen, lassen die Vorliebe Ledigs für die grafische Linie erkennen.
Und er wäre kein Fotograf, wenn er nicht das Licht mit besonderen Effekten zur Geltung bringen würde. Die Konturen des weiblichen Körpers lässt er förmlich im Licht schwimmen, offensichtlich sind diese Aufnahmen am Computer getrimmt worden, dem Raster nach auf jeden Fall. Aber auch Berg und Tal im Spiel des natürlichen Himmelslichts sind von den weit ausholenden schwingenden Linien bestimmt.

Ein Luftbild, aus großer Höhe aufgenommen, lässt solche Liniengeflechte wie Adern knapp unter der Haut der Erde erscheinen. Und es dürften ja auch Lebenslinien der Besiedelung sein – Wege und Flüsse, die zueinander führen, eine sehr eigenwillige Bildpoesie

Die Blicke einer Japanreise Ledigs haben allerdings auch die gigantischen verwirrenden und knallharten Kanten der Großstadt ins Bild gebracht. Ein schroffer Gegensatz der Lebensräume zu den fein ziselierten Arrangements der japanischen Parklandschaften.

Überhaupt hat man den Eindruck, dass Peter Ledig auf seinen Reisen das besondere sucht. Porträts sagen manchmal mehr über Land und Leute, als der allgemein übliche touristische Blickfang. Immer freundlich, offensichtlich in beiderseitigem Einvernehmen von „Modell“ und Fotograf, präsentieren sich u.a. der japanische Freund, eine serbische Nonne, ein marokkanischer Bauer oder die ungarische Großmutter der Kamera: Innere Beteiligung am Bildvorgang.

Leider erfährt man in der Ausstellung nichts, rein gar nichts Biografisches von Peter Ledig. Das ist durchaus ein Mangel, denn man wüsste schon ganz gerne, wer hinter diesen bemerkenswerten Bildern und hinter der Kamera steckt.
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